Effata – Öffne dich
Gehörlos und mehrfachbehindert
Im Juni 2000 wurde eine interdisziplinäre Gehörlosenprojektgruppe mit MitarbeiterInnen aus den Bereichen der Pflege, der Therapiewerkstätten, der Sozialberatung, der Klinischen Psychologie und des Pädagogischen Fachdienstes gegründet, zu der mittlerweile auch zwei gehörlose MitarbeiterInnen zählen. Ziel dieser Projektgruppe ist es, eine Verbesserung der Wohn- und Arbeitssituation unserer gehörlosen BewohnerInnen zu erreichen.
Folgende Projekte konnten bisher umgesetzt werden:
Gruppen für Unterstützte Kommunikation
14-tägig finden zwei stationsübergreifende Gruppen für Unterstützte Kommunikation statt, die von zwei Mitarbeiterinnen des Pädagogischen Fachdienstes betreut werden. An diesen Gruppen nehmen lautsprachlich eingeschränkte BewohnerInnen teil, von denen einige gehörlos bzw. hörgeschädigt sind. Ziel dieser Gruppen ist, die Partizipation der BewohnerInnen an kommunikativen Prozessen zu erweitern bzw. zu erleichtern.
Gehörlosenstammtisch
Ein Gehörlosenstammtisch mit Kaffeehausatmosphäre soll als gemütlicher Treffpunkt dienen. Mit Hilfe von Bildmaterial und konkreten Gegenständen werden Gebärden vermittelt. Spezielle Ziele sind das Training von Fertigkeiten zur Konfliktbewältigung, das Anbieten eines Kommunikationstreffpunktes und die Förderung des Selbstbewusstseins. Die Betreuung des Stammtisches erfolgt durch in Gebärdensprache geschulte MitarbeiterInnen.
Tageswerkstätte Effata
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Als größtes Projekt wurde in diesem Rahmen die „Tageswerkstätte Effata"
im März 2002 eröffnet. 12 gehörlose BewohnerInnen mit zusätzlicher Beeinträchtigung finden hier Beschäftigung. Betreut werden sie von drei MitarbeiterInnen, von denen zwei selbst gehörlos sind.
Im Vordergrund ihrer Arbeit steht die ganzheitliche Förderung der BewohnerInnen über visuelle Kommunikation, durch Gebärdensprache und die Methoden der Unterstützen Kommunikation.
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Der Begriff „EFFATA" leitet sich von folgender Bibelstelle ab:
Mk 7,31-37: „Die Heilung eines Taubstummen1"
„Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sido an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen1 zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel, danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen1: EFFATA!, das heißt: ÖFFNE DICH! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemanden davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben1 hören und die Stummen sprechen."
1 Bezüglich des Begriffes „taubstumm" möchten wir anmerken, dass es sich bei obiger Textstelle um ein wörtliches Zitat aus der Bibel handelt, und es uns sehr wohl bewusst ist, dass die korrekte Bezeichnung "gehörlos" lauten müsste.
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